Mister Bags: Fair & Bio zum mitnehmen

Mister Bags heißt einer der neuesten Lieferanten auf dem Markt für Werbetaschen. Vor allem mit fairen und ökologisch unbedenklichen Produkten will der Newcomer punkten. Großen Wert legt man auf die Zusammenarbeit mit dem Werbeartikelhandel.

Wer ganz genau wissen möchte, wie Baumwolle im Rohzustand aussieht, der sollte auf Werbeartikelmessen nach dem Stand von Mister Bags Ausschau halten. Die Chance ist groß, dass man dort nicht nur den Mister Bags-Geschäftsführer Tobias Gottwald oder einen seiner Mitarbeiter findet, sondern neben einer ganzen Menge Baumwolltaschen auch eine Baumwollpflanze. „So können wir den Interessenten am Stand am besten deutlich machen, dass wir ein Naturprodukt anbieten – und keine Polyestertüten“, erklärt der Geschäftsführer und fügt hinzu: „Die wird es bei uns auch nicht geben.“ Gottwald, der als Gründer der Essener Werbeartikelagentur Promostore und des Importeurs Goprom bereits reichlich Erfahrung in der Werbeartikelbranche hat, ist der Macher hinter Mister Bags. Seit September 2018 gibt es das im Ruhrgebiet beheimatete Unternehmen, das sich als Lieferant fair und nachhaltig produzierter Baumwolltaschen auf dem Markt für Werbeartikel positioniert.

Bei aktuell zwölf Mitarbeitern herrscht trotz aller Erfahrung des Geschäftsführers durchaus eine gewisse Start-up-Atmosphäre in den Unternehmensräumen – die Wege sind kurz, die Räume offen, der Kaffee kommt aus fairem Handel und der Strom bei Sonnenschein vom Dach, ansonsten von einem Ökostrom-Anbieter. Stolz erzählen Gottwald und seine Kollegin Ami Schmitz, bei Mister Bags für das Marketing verantwortlich, von dem E-Smart, den das Unternehmen angeschafft hat. Auch der Zucker ist fair gehandelt. „Wir tun auch hinter den Kulissen, was wir als Unternehmen tun können“, sagen Gottwald und Schmitz. Selbst das Toilettenpapier stammt von einem Unternehmen, das gemeinsam mit der Initiative Viva con Agua mit jedem Kauf den Bau von Toiletten in Ländern ohne funktionierende Infrastruktur unterstützt.

Selbstverpflichtung zum Erfolg

„Nachhaltigkeit bedeutet für mich aber vor allem, dass man etwas mehrfach verwenden kann. Eine einmal verwendete und dann wegen schlechter Qualität schnell entsorgte Baumwolltasche ist nicht so viel nachhaltiger als eine Plastiktüte“, erklärt Gottwald seinen Anspruch an die eigenen Produkte. Am Anfang der noch jungen Unternehmensgeschichte stand neben dieser Haltung eine Beobachtung: „Es gab steigendes Interesse an nachhaltig und fair produzierten Baumwolltaschen – aber am Ende haben viele Werbeartikelhändler und -anwender doch die konventionellen und günstigeren Produkte gekauft.“ Sein Gedanke: Vielleicht müsste man das Ganze einfach nur anders aufziehen, auch die ökonomischen Vorteile von solide und fair produzierten Bio-Baumwolltaschen kommunizieren und erklären. Also informierte Gottwald sich und legte einfach los: „Ein Unternehmen, das nur nachhaltige und in doppeltem Sinne gute Produkte verkauft, das ist unser Ziel.“ Um das zu erreichen, haben die Essener sich eine freiwillige Selbstverpflichtung auferlegt: Im ersten Jahr sollen mindestens 10% der verkauften Taschen aus fair gehandelter Bio-Baumwolle bestehen. Im Moment sei man optimistisch, das Ziel zu erreichen, sagt Gottwald, der Markt nehme das Angebot gut an, selbst aus Island kam schon ein Auftrag.

Aktuell besteht das Sortiment aus insgesamt 23 Produkten, von den klassischen Tragetaschen mit Henkeln über Turnbeutel mit Kordelzug bis hin zu einer Sporttasche oder Taschen aus Jute. Knapp die Hälfte der Taschen ist mit dem Fairtrade-Siegel versehen, nach Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert oder gleich beides.

Zertifizierung lohnt sich

Die Zertifizierungen sind ziemlich aufwendig – das GOTS-Siegel etwa, ein Standard für die biologische Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern, bekommen nur Textilprodukte, deren komplette Lieferkette geprüft ist. Im Fokus der Prüfer stehen nicht nur Mister Bags und jede Faser am Produkt selbst, sondern auch die Arbeitsbedingungen und Umweltschutzmaßnahmen bei den Zulieferern werden kontrolliert. Fehlt eine Zertifizierung in der Lieferkette, bekommt das betreffende Produkt kein Siegel. „Natürlich ist das ein hoher Aufwand“, sagt Gottwald, aber es lohne sich auch für ihn, denn so habe er selbst die Sicherheit, dass seine eigenen Lieferanten tatsächlich nach hohen ökologischen und sozialen Standards arbeiten.

© Klara Walk | WA Media.de

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